„Red Carpet“ bei Microstock?

„Red Carpet“, ins Deutsche übersetzt „Roter Teppich“ ist Event-Fotografie bei bestimmten, vorzugsweise von Promis besuchten Veranstaltungen. Charities, Filmpremieren, Bälle, Empfänge. Eben all das, wo die „Reichen und die Schönen“ sich ein Stelldichein geben.

Stars & Sternchen, Showbiz, Film und TV, Material dazu nimmt die Regenbogenpresse ab, die Boulevardzeitungen, aber auch die Tagespresse. Es ist begehrt von Frauenzeitschriften, unterhaltenden Magazinen und auch als Einblendungen im TV. Durchaus also ein lukrativer Markt.

Marquess – © Foto Ralf Gosch / Pressebüro Roth

Nun bietet eine Microstock-Agentur (Shutterstock) ihren Fotografen an, sie für Red-Carpet-Events mit Presse-Status als Fotografen zu akkreditieren. Zielgruppe sind Hobby-Fotografen, die gerne an solchen Ereignissen teilnehmen und fotografieren würden.

Das hört sich erst mal interessant an, wird nun mancher denken. Tut es. Aber der Pferdefuß lauert: die Honorare sind Micro. Also wenig lukrativ. Den Medien wird im Gegenzug billiges Bildmaterial dafür angeboten. RF, micro, also beliebig oft verwendbar. Ohne Neu-Honorierung.

Für Microstock ist das der Versuch, in ein klassisches Segment der Pressefotografie mit großer Nachfrage vorzudringen. Nachdem bereits große Teile der klassischen Illustrationsfotografie auch in der Presse, in Rätselheften, Gartenzeitschriften, Programmzeitschriften u.v.m. von Microstocks bedient werden.

Microstock schickt sich an, ein neues Terrain zu betreten. Das Terrain von Action Press, von Teutopress, STAR-MEDIA oder Seeger Press und vielen anderen mehr, die Events covern und  ihr Bildmaterial rights managed vermarkten. Also mit MFM-üblicher Honorierung jeder einzelnen Verwendung.

Wer sich als Hobby-Fotograf auf dieses Angebot einläßt, geht zwar gedankenlos aber vorsätzlich professionellen Event-Fotografen und ihren Agenturen ans Portemonnaie und damit auch an die Existenzgrundlage!

Wer sich auch als Amateur für diese Art der Fotografie interessiert, dem sei ein anderer Weg empfohlen:

Die Bildagentur Bildmaschine vermarktet Event-Fotografie rights managed zu den üblichen Konditionen. Diese Agentur ist eingebunden in das APIS-Network, Europas größte Recherche-Plattform für Bildverwender und besitzt zu vielen Medien den direkten FTP-Zugang. Diese Agentur akkreditiert auch für Veranstaltungen. Und das Geschäftsmodell ist „fair trade“.

 

Verwandte Artikel:

  1. Gericht setzt Regeln für angemessene Honorare fest (externer Link, Dirk Beumer, Industrie- und Werbe-Fotograf)
  2. Ein weiteres Urteil zur redlichen und angemessenen Vergütung (externer Link, Blog Bildjournalisten des DJV)

Empfehlungen:

Hobbyfotografen, die ein ernsthaftes Interesse haben, sich professionelles Wissen anzueignen, denen seien u.a. die Workshops meines Freundes und Kollegen Rainer Jörger, Freier Bildjournalist aus Villingen-Schwenningen empfohlen. Informationen dazu auf seiner Website: http://www.joerger-media.de/

Und auch wir werden voraussichtlich auch im nächsten Jahr wieder unsere Seminare anbieten. Behalten Sie dazu dieses Blog im Auge.

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3 Antworten to “„Red Carpet“ bei Microstock?”

  1. horst Says:

    mich findest du sehr , sehr selten am roten teppich, mein zorn gilt eher den bürgerjounalisten !

    die kosten mich mehr geld !

    aber ich weiß was du meinst franz !

    • rothfranz Says:

      Mein Zorn gilt allen, die, aus welchen Gründen auch immer, mich direkt oder indirekt um die „Früchte meiner Arbeit“ bringen. Und: Nicht alles regelt der Markt. Für den Markt aber gibt es Regeln. Denn wir haben keine freie Marktwirtschaft, sondern eine soziale. Keinen Manchester-Kapitalismus, sondern den Verfassungsgrundsatz „Eigentum verpflichtet“. Und das kleine Stichwörtchen „Preis-Dumping“ möchte ich, wenn Micros immer mehr ins Terrain der Bildjournalisten und Fotodesigner vordringen und ihnen das Brot wegnehmen, mal ganze sachte angesprochen haben …

    • rothfranz Says:

      Ich sage mal noch etwas ganz Generelles zum Thema Microstock.

      Bekanntermaßen ist das, wie so Vieles, über den „Großen Teich“ zu uns geschwappt. So im Zuge dessen, was man „Globalisierung“ nennt. Kam da nicht auch die Banken- und Finanzkrise her?

      Nun ja, die USA waren bislang nicht gerade für ihre „sozialen Errungenschaften“ bekannt. Und wenn ein Mr. President Barack Obama nun für alle eine vernünftige Krankenversicherung will, dann wird gegen etwas, was im „alten Europa“ (lassen wir mal die Anglophonen außen vor) tatsächlich eine soziale Errungenschaft des 20. Jahrhunderts war, sogleich demonstriert.

      Das ist menschenverachtend. Es muß so scheinen, daß man sie unbedingt haben möchte, die „Underdogs“, die „working poor“. Die sich keine medizinische Versorgung leisten können. Weil sie sie nicht bezahlen können.

      Das ist unanständig. Unredlich. Das ist der Versuch, unter dem Deckmäntelchen von „Freiheit und Selbstverantwortung“ einen gesellschaftlichen Mißstand zu konservieren. „Freies Spiel der Kräfte“ ist unsozial.

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