Sony HVR-HD1000E Review

Kurz vorm Jahreswechsel habe ich mir auf der Suche nach einer erschwinglichen Schulterkamera die Sony HVR-HD1000E gekauft. Die zur Zeit wohl preisgünstigste Schulterkamera zu einem Preis weit unter zweitausend Euro.

In vielen einschlägigen Foren wird sie von vielen als billige Amateur-Cam in einem großen Plastikgehäuse verschrieen. Nur recht wenige, auch professionelle Produzenten, in Deutschland lassen ein gutes Haar an der Kamera. Weder Fisch noch Fleisch sei sie. Und tun ihr damit Unrecht. Zu unrecht. Denn natürlich ist diese Kamera zu diesem Preis kein „voll-professionelles“ Gerät, aber sie ist auf jeden Fall semi-professionell. Und wer nicht fünf-, sechstausend oder noch mehr Euro ausgeben will (oder kann) hat mit ihr bestimmt eben keine schlechte Wahl getroffen. Und was, bitteschön, will man sagen mit „weder Fisch noch Fleisch“?

Sony HVR-HD1000E

Interessanterweise auch bekommt die Kamera im anglophonen Raum, dort, wo weder beim Werkzeug noch in der Tätigkeit so wie bei uns zwischen „Amateur“ und „Profi“ differenziert wird, rundweg gute Kritiken. Ihre Einsatzmöglichkeiten werden dort aufgezeigt, wozu sie taugt und wozu nicht. Punkt. Natürlich ist das keine Broadcasting-Cam. Ihr ursprüngliches „Zielgebiet“ waren die USA gewesen und Zielgruppe dort die Hochzeitsfilmer.

Im folgenden Film ein kurzes Feature über die Kamera und ihre Funktionen. Und zum Schluß ein paar mit ihr aufgenommene Sequenzen (Hinweis: der Film ist in HDV1 720p (1280×720) gerendert, aus Gründen, die Dateigröße zu reduzieren und die Ladezeiten auf YouTube, gleichwohl ist die überzeugende Schärfe der Optik auch in diesem kleinen HD-Format bereits gut erkennbar).

Maria Hilf in Freystadt war mein erster komplett mit der neuen Kamera gedrehter Film. Der „field test“ sozusagen.

Die Sony hat sich dabei für mich sehr gut bewährt. In meiner bevorzugten Art, mobil ohne Stativ mit der Handkamera zu arbeiten („Camera in motion“) ist sie gut geeignet.

Ermüdungsfreies Arbeiten

Sie liegt gut ausbalanciert auf der Schulter, alle Bedienelemente sind leicht und intuitiv erreichbar. Und auch am Handgriff, als „Henkelmann“, ist sie gut zu handhaben. Das liegt auch an ihrem Gewicht, was das Gerät stabil macht. Und auch daran, daß sowohl der Durchsichtsucher als auch das große und klare LCD-Display eine gute Bildkontrolle ermöglichen. Durch die gute Balance sowohl von der Schulter als auch am Handgriff ist mit dieser Cam ein ermüdungsfreies Arbeiten möglich. Auch bei längeren Sequenzen hält der Arm durch.

Die Vorteile einer Band-Kamera

Als Aufnahmemedium benutzt die HVR-HD1000E MiniDV-Bänder. Für mich ein unbestreitbares Plus. Nicht nur, weil ich dadurch das gleiche Medium wie bei meiner „kleinen“ Canon XM1 benutzen kann (s. Bild).

"Größenverhältnisse" ...

In meinen Augen haben die MiniDV-Kassetten für die (Langzeit-) Archivierung der Takes und von Footage eindeutige Vorteile gegenüber der DVD und der Speicherkarte. Das mag Geschmackssache sein, aber wie in so vielen Bereichen ist dies eben eine Frage persönlicher Präferenz. Ich archiviere die Bänder, ich nutze sie nicht mehrfach durch Überschreiben. Sie sind platzsparender als die DVD. Optimiertes Storage, durchaus ein Kriterium. Und eine SD-Karte oder Compact Flash Karte werde ich kaum archivieren, sondern immer wieder formatieren und nutzen. Ich muß also alles auf (externe) Festplatte sichern, was ich archivieren will. Auch das, was ich aktuell gar nicht verarbeite, die Takes „auf Vorrat“. Das ist dann ein zusätzlicher Arbeitsaufwand, den ich gerne vermeide. Denn den habe ich ja im Foto-Sektor schon zur Genüge.

VHS-Bänder, auf die ich direkt aus der Kamera überspielen kann (wahlweise natürlich auch auf DVD) sind für mich ein zusätzliches Medium für die Archivierung (und Weiterverarbeitung) meiner Aufnahmen. Wie gesagt: eine Frage persönlicher Präferenz.

Resumée:

Speziell auch für den Hobby-Videografen, der auf der Suche ist nach einem erschwinglichen Schultergerät ist die Sony HVR-HD1000E gewiß eine gute Wahl. Für „professionelle“ Geräte kann man gut und gerne das dreifache bis zehnfache des Geldes hinblättern, das diese Kamera kostet. Kann man deswegen aber auch „bessere“ Aufnahmen machen?

Ich denke, das kann man nicht, wenn man nicht gerade immer Nachtaufnahmen oder sowas machen will. Und wer macht das schon?

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