Archive for the ‘Politik’ Category

Ligne Maginot – Fort Casso

4. Juli 2014

Bei Rohrbach im Pays de Bitche in Lothringen

Artikel auch hier:

http://irmgard-franz-roth-media.blogspot.de/2014/07/logne-maginot-fort-casso-pays-de-bitche.html

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Die Villa Löser wird kaum noch zu retten sein

22. November 2010

Im letzten Jahr schon hatte ich über das dereinst schönste Haus der Stadt Pirmasens in der Südwestpfalz berichtet. Und irgendwie hatte man doch die Hoffnung gehegt, daß dieses architektonische Kleinod vor einem unwürdigen Tod bewahrt werden könne.

Die Villa Loeser befindet sich in erbärmlichem Zustand

Aber ein Jahr später, im Herbst des Jahres 2010, präsentiert sich das Haus in einem erbarmungswürdigen Zustand. Es gelitten durch den harten Winter 2009/2010. Fenster sind zerschlagen oder stehen einfach offen. Es drängt sich der Eindruck auf, man will das Haus garnicht erhalten.

Und die Auffassung wird auch dadurch bestärkt, daß der bislang einzige Interessent, eine Firma, dieses Juwel nur auf Abriß erwerben will! Um einen Supermarkt zu bauen? Einen Schuhverkauf? Ein sonstiges Gewerbeobjekt?

Ein paar Zahlen und Fakten:

Zur Zeit wäre das Gebäude für 80.000,– € zu erwerben. Ein Käufer könnte ggf. (wenn er ein Erhaltungskonzept vorlegt) mit einem Entgegenkommen der Stadt Pirmasens rechnen (die Hauptgläubiger in der Erbschaftssache ist). Für einen Erhalt und Instandsetzung ist von zusätzlichen Investitionen in Höhe von ca. 600.000,– € auszugehen.

Doch offensichtlich ist auch keiner der in Pirmasens reichlich vorhandenen Millionäre bereit, etwas zum Erhalt des Gesichtes seiner Stadt beizutragen. Auch nicht der Rotary Club, der dereinst (oder war’s der Lions Club?) mit dem im Volksmund „Ochsenbrunnen“ genannten pompösen Brunnen an den Schloßtreppen nicht genug „klotzen“ konnte.

Der pompöse Schloßbrunnen mit der Stierplastik

Nur für ein wirkliches und echtes Stück des alten Pirmasens scheint niemand ein Herz zu haben. Für ein Kleinod, das jede andere Stadt dieser Welt wie ihren Augapfel hegen würde. Nicht so bislang in Pirmasens.

Ich bin Pirmasenser und mir blutet das Herz, zu sehen, wie ein Stück ihres Gesichtes wohl verschwinden wird. Verschwinden soll?

Ich möchte es mal so sagen, sehr scharf formuliert, aber in meinen Augen sehr treffend: Pirmasens, eine Stadt schafft sich ab!

Der Weg ist nicht immer das Ziel …

29. Mai 2010

Berufsbild Garten-Paparazzo. Klingt interessant. Ist auch interessant. Jedenfalls, wenn man den Garten erst mal erreicht hat. Unser Garten liegt bekanntermaßen in der Pfalz. Wir aber wohnen in Nürnberg.

Foto oben: Franz Roth, „Auf einen Blick“, Bauer Verlag

Reflektionen über eine deutsche Verkehrsader …

Und dazwischen liegen (nahezu Woche für Woche) rund 350 Kilometer einfache Strecke. Und die Autobahn A6. Seit 1982 kenne ich diese Fernstraße. Und damals, vor fast dreißig Jahren, da war sie zwischen dem Kreuz Weinsberg bis in den Großraum Nürnberg geradezu beschaulich zu nennen. Das hat sich aber mittlerweile mehr als grundlegend geändert.

Unterwegs auf Deutschlands Autobahn mit dem höchsten LKW-Aufkommen

So grundlegend hat sich das geändert, daß wir diese Autobahn meiden wo immer es geht. Denn die Bundesautobahn A 6 ist die deutsche Autobahn mit dem höchsten Aufkommen an LKW. 195% (in Worten: hundertfünfundneunzig Prozent!) betrug die Zunahme seit Ende der Neunziger Jahre.

Es ist auf der in weiten Teilen nur zweispurigen Autobahn mehr als stressig und gefährlich. Unvermittelt und in des Wortes wahrster Bedeutung rücksichtslos zum „Jumbo-Rennen“ ausscherende Brummis einerseits, hemmungslos jagende und rasende PKW auf der Überholspur andererseits. Denn Deutschland ist das einzige Land der Welt („Freie Fahrt für freie Bürger!“), in dem Otto Normalverbraucher noch ungebremst und ungestraft mit Höchstgeschwindigkeit auf öffentlichen Straßen Autorennen fahren darf. Egal, ob’s stürmt oder schneit, ob es in Strömen regnet oder Nebel die Sicht trübt. Schwere und schwerste Unfälle – und nahezu immer und immer wieder unter Beteiligung von LKW – sind so geradezu vorprogrammiert.

 

Wohlgemerkt: wir fahren gerne Auto. Wer ein Cabrio fährt, ist bestimmt davor gefeit als Autofeind zu gelten.

Auf einem Rastplatz an der A6

Nur haben wir herzlich wenig Lust auf permanenten Adrenalinausstoß. Und wie soll der zu vermeiden sein, wenn man schon Kilometer vorher die Lücke suchen muß, sich zwischen den Lastern einzufädeln, reinzumogeln und reinzubremsen, um die Ausfahrt nicht zu verpassen? Und dann gar noch von dem wütenden Brummi-Lenker angehupt und angeblinkt zu werden, dem man damit gerade seinen ohnehin nicht vorhandenen Sicherheitsabstand zum Vordermann so brutalst verringert hat. Ihn vielleicht gar zum Bremsen gezwungen hat?

Und so hat es sich bei uns eingebürgert, jeweils auf Hin- und Rückfahrt nur ein Stück diese Autobahn zu benutzen und ansonsten über Land zu fahren. Von Nürnberg über Ansbach, Feuchtwangen, Crailsheim, Schwäbisch Hall, Öhringen und Heilbronn bis Sinsheim. Durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an interessanten Städten und mit moderatem Verkehr. Meist jedenfalls.

Denn – und das läßt sich nicht umgehen – auf der letzten Etappe unserer Fahrten in die Pfalz kriegen wir es nochmals in geballter Form mit LKW zu tun. Auf der Bundesstraße 10 im Pfälzerwald. Gerne und en masse benutzt von Mautflüchtlingen. Und deswegen an Werktagen der gleiche Horror wie die BAB A 6.

Was läuft falsch in der Verkehrspolitik in Deutschland?

Es muß hier einfach was falsch laufen. Wie anders könnte es sein, daß wir geradezu ein sehnsuchtsvolles Verlangen verspüren nach französischen Autobahnen und Nationalstraßen? Daß man weniger Horror hat vor der Südumfahrung von Paris oder der Durchquerung von Lyon, der Umfahrung von Rennes, Strasbourg  oder Orleans denn vor der A6 oder der B10?

Es ist eigentlich ganz simpel: Wie in Frankreich müssen Autobahnen Geld kosten. Für jeden. Und wie in jedem anderen Land der Welt muß es auch auf deutschen Autobahnen endlich anstatt der Richtgeschwindigkeit (nach der sich kaum jemand richtet) ein generelles Tempolimit geben. Und es bedarf, so wie im Nachbarland die Gendarmerie Nationale allgegenwärtig präsent ist, auch hierzulande rigoroser Kontrollen. Seien es Geschwindigkeitskontrollen oder die Kontrolle der Ladungssicherheit. Und, wie in Frankreich, bedarf es deutlich empfindlicherer Bußgelder für Verkehrsvergehen. So daß niemand mehr denken kann, Rowdytum im Straßenverkehr sei ein Kavaliersdelikt.

Und die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung müssen auch mal den Mut (und Verstand) aufbringen, den Transitverkehr von Schwerlasttransportern von bestimmten Straßen und aus bestimmten Regionen zu verbannen. Und Verstöße ebenso rigoros zu kontrollieren und zu ahnden. Und sich nicht von dem ewig sofort zeternd losbrechenden Geschrei ins Bockshorn jagen lassen, hier ginge es um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und um Arbeitsplätze. Denn der Verkehrsinfarkt ruiniert Regionen, die Natur, den Tourismus, eine regionale Wirtschaft, er bringt den Regionen keinen Wohlstand. Im Gegenteil, er verursacht Kosten und schwere wirtschaftliche Schäden. Schon in den frühen Achtzigern (!) gab es zu den gefährlichen „rollenden Zeitbomben“ eine beeindruckende Reportage in GEO. Immer wieder z.B. im SWR sehen wir Sendungen über die gefährliche A 6. Die Zeit zum Handeln ist längst überfällig.

Mein persönliches Verkehrskonzept – eine Utopie?

Es mag wirklich utopisch klingen, doch es wäre nach meiner ganz bescheidenen Meinung ein Weg. Und keineswegs ein neuer Gedanke. Generationen von Politikern, nicht nur der Grünen, reden bereits davon. Aber sie reden nur davon. Weg mit den Transporten von Waren und Gütern von der Straße auf Schiene und Schiff. Verrückt, um nicht zu sagen pervers, wenn selbst die Deutsche Bahn verstärkt LKW einsetzt, weil sie auch Strecken für den Güterverkehr stillegt! Auch muß nicht Schlachtvieh durch halb Europa gekarrt werden. Oder Halbfertigprodukte von A nach B und als Fertigprodukte nach C und D zum „Packaging“ für den Versand nach E. Denn merke: Wirtschaft hat dem Wohl des Menschen zu dienen und ist nicht primär Selbstzweck zur „Profitmaximierung“.  Denn, vielleicht haben es einige Neo-Liberale ja schon vergessen, wir haben eine soziale Marktwirtschaft. Und die hat allen zu dienen. Und allen zu nutzen. Und dazu gehört auch, angstfrei eine Autobahn benutzen zu können.

Dann wäre auf einmal auch der Weg wieder das Ziel (auch auf der A6 und der B10).

Sprachkompetenz

18. März 2010

Es macht mich langsam meschugge, bekloppt, es regt mich auf. In allen möglichen und unmöglichen Zusammenhängen wird zum Beispiel das Wort „dass“ (das „ehemalige“ „daß“, vor der „Neuen Deutschen Rechtschreibung) „das“ geschrieben. Mit einem „s“! Offensichtich haben die Autoren von dieser sogenannten Rechtschreibreform die Auffassung, nun könne man schreiben wie man wolle! Bzw. ums Verrecken nicht kapiert, daß (dass) „Eszett“, das scharfe S, durch das Doppel-S ersetzt worden ist. Ich vermute ja, dass (daß) diese „Super-Spezialisten“ der deutschen Rechtschreibung auch vorher von Orthographie keine Ahnung hatten. Aber nun führen sie uns ihre Dummheit auch noch permanent vor Augen. Kein Blog, kein Forum, wo sich diese „das-statt-dass-Strategen“ nicht zuhauf tummeln! Muttersprache Deudsch? Man könnte es glauben. Interessanterweise sind diese Analphabeten meist auch noch (und gerade) diejenigen, die lautstark die „Überfremdung“ bejammern. Die so deutsch sind wie man deutscher nicht sein kann. Bloß von ihrer deutschen Sprache haben sie offensichtlich „null Ahnung“! Denn „dem Goethe seine Sprache“ hat auch Schillers Sprache ersetzt. Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Ach Gott, schreibt sich das nicht eigentlich „Göhde“ oder „Göhte“ oder so?

Jetzt bin ich schon richtig („ganz in echt“) verunsichert …

Was läuft da schief? Und warum läuft es so schief? Wieso kann jeder Franzose halbwegs dieses nicht unkomplizierte System der Accents beherrschen? Wieso kann jeder Brite zumindest halbwegs die auch nicht gerade unkomplizierten Regeln seiner Sprache Englisch (Worcestershire etwa, „Wussterscher“ ausgesprochen) beherrschen (derweil die „Anglisten“ unter den „neudeutschen“ Sprachschöpfern ganz schöne Probleme mit ihrem Denglisch haben; um nicht zu sagen: sie machen sich für „native speaker“, Muttersprachler also, geradezu lächerlich)?

Früher, war da irgendetwas besser mit unserem Bildungssystem? Liegt es an unserem gottverdammten Föderalismus, wo jedes Bundesland und Bundesländchen sein eigenes Süppchen kocht?

So einfach kann es nicht sein, denn der Freistaat Bayern, der dank der CSU viel Wert darauf legt, ziemlich eigenständig zu sein, der beweist mit seinen Ergbenissen in den PISA-Studien doch eigentlich das Gegenteil.

Warum also, verdammt nochmal, muß (muss) ich mich also dauernd ärgern über diese Idioten, die weder von Rechtschreibung, noch von Zeichensetzung, geschweige denn von Satzbau oder sonstwas irgend etwas wissen? Warum muß ich mich rumärgern mit pseudo-nationalen Schwachköpfen, die sich ausdrücken als kämen sie aus Dummhalla?

Please tell me why! Direz moi pourquoi!

Rechtschreibung und Berufschancen

Doch ich will nicht nur polemisieren. Es gibt auch harte Fakten, weshalb Sprachkompetenz ein absolut ernsthaftes Thema ist.

Mag die mangelnde Kompetenz in deutscher Sprache nun aber in Blogs und Foren noch nur peinlich sein, so wird sie andernorts vernichtend. Wenn es um den Beruf geht. Flapsige Formulieren, keine Beherrschung der Groß- und Kleinschreibung, Rechtschreibfehler en masse, so sehen auch Bewerbungsschreiben aus. Was Wunder, daß Arbeitgeber die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, gehe es um Arbeits- oder Ausbildungsplätze, die bei ihnen zu besetzen sind.

Die Sprache (und die Schrift) zu beherrschen wird in einer modernen Informationsgesellschaft immer wichtiger. Grammatik und Wortschatz, Hörverstehen und Leseverstehen, lesen und schreiben, das sind Elementartechniken auch des beruflichen Erfolges.

Jeder zweite Schulabgänger in Deutschland gilt als „nicht bildungsreif” steht in einem Entwurf des Berufsbildungsberichts der Bundesregierung. Ein vernichtendes Urteil. Auch für die Zukunft des vielbeschworenen „Standortes Deutschland“.

Sprachkompetenz bereits im Kindergarten vermitteln

Die Wichtigkeit der Sprache bereits im Vorschulalter fördern ist ein Projekt des Evangelischen Kindergartens der Apostelkirche in Neuburg an der Donau (Bayern).  Und dafür wurde dieser Kindergarten jüngst ausgezeichnet, von der Bayerischen Staatsregierung und vom Evangelischen Landesverband.

Eckpfeiler des Projektes sind, die Grundkenntnisse der Sprache zu vermitteln, Sprachstörungen zu beheben, den Wortschatz zu erweitern und die Eltern der Kinder miteinzubeziehen. Das Projekt kostet etwa 5000 Euro. 90 Prozent davon übernimmt die Staatsregierung, den Rest finanziert der Träger des Kindergartens, der Evangelische Landesverband.

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