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Well equipped? Wahrscheinlich, vielleicht, aber, oder nicht, oder wohl oder doch …

31. Januar 2011

Equipment Photo & Video

Was Sie oben im Bild sehen, das ist (der Großteil) meine(r) im Laufe der Jahre gewachsene(n) Ausrüstung für Foto und Film. Ausgewählt nach meinen Bedürfnissen, nach den Themen und Motiven, die ich im Fokus habe. Das ist eine „Menge Holz“. Und war insgesamt nicht preiswert. Obwohl ich generell auf „low budget“ achte. Auch deswegen gibt es neben digitalem auch noch analoges Aufnahmegerät wie die Nikon F4. Noch gibt es Dia- und Negativ-Filme zu kaufen. Noch gibt es Foto-Labore. Und die Zeit, die eine C41-Entwicklung oder E-6 braucht, die habe ich im Regelfall.

Das erste, was ich mir in der digitalen Welt zugelegt hatte (nach einem Notebook), war demzufolge auch zunächst ein Flachbett-Scanner und kurz danach ein Film-Scanner gewesen. Und die werden auch heute noch benutzt.

Ich bin zurückhaltend, was Investitionen betrifft. Zwar muß man natürlich immer wieder mal investieren. Aber unter dem Vorbehalt der Notwendigkeiten und unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten. Nicht allein deswegen, weil es – wieder mal – etwas „Neues“ und „viel Besseres“ am Markt gibt. Ich kenne nicht „das Kind im Manne“, das dauernd ein neues „Spielzeug“ braucht. Und ich mache beim „Equipment-Schwanzmessen“ nicht mit. Understatement ist da eher angesagt. Mehr sein als scheinen. Man kann auch mit „veraltetem“ Gerät gute Fotos und Filme machen. Die Technik ist Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck.

Man sieht da bei mir im Bereich der Foto-Optiken ein 400-er Novoflex und ein 2,8/300 mm von Tamron mit manueller Fokussierung. Man sieht überhaupt mit Ausnahme des 2,8/80-200 mm nur MF-Objektive. Im eigentlichen Sinne ist das nicht „state of the art“.

Aber es ist „low budget“.

So waren schon in den Zeiten der analogen Fotografie meine Geräte im Regelfall Vorführgeräte, die ich dann recht günstig erwerben konnte. Und auch in der digitalen Welt war meine D-SLR von Nikon ein Vorführgerät (zum unter halben Neupreis). Und auch die Video-Kamera Canon XM1 ist ein Vorführgerät. Zu einem Drittel des Neupreises.

Wie gesagt, ich lege Wert auf „low budget“.

Die einzige Neuerwerbung der jüngeren Zeit ist die Schulterkamera Sony HVR-HD1000E gewesen. Die gilt zwar in den Augen „gestandener“ Profis als Amateur-Kamera (was soll ich mir darunter eigentlich vorstellen?), aber sie ist eben auch „low budget“.

So, nun habe ich dieses Wort genug strapaziert. Aber man mag daran erkennen, daß es mir beim Erwerb von Gerätschaften keinen Deut anders geht als den meisten von uns. Man muß eben aufs Geld achten. Ja, wenn ich einmal reich wär …

Aber wenn ich reich wäre, dann wäre es vielleicht doch nicht anders. Denn wie heißt es doch: „Von reichen Leuten kann man das Sparen lernen.“

„Amateur-Kamera“, diesem meist „diskrimierend“ abschätzig gedachten Wort möchte ich aber auch noch ein paar Anmerkungen widmen.

Denn als provokanter Advocatus Diaboli sage ich es mal so: wenn jemand, der nicht mit der Fotografie seinen Lebensunterhalt bestreitet (bestreiten muß) mit einer Nikon D3X oder einer Canon EOS 1 D Mark wasweißich fotografiert (weil er das Geld dafür hat – sic!), dann sind diese Maschinen ganz klar Amateur-Kameras. Und wenn jemand, der damit sein Geld verdient, eine Coolpix benutzt, dann ist das eine Profi-Kamera. Denn auch nicht jeder, der eine Bohrmaschine von Hilti sein eigen nennt, ist ein Sanitär-Installateur. Und weil einer eine No-Name verwendet, deswegen ist er noch lange kein Hobby-Klempner.

Nein, ich bin nicht „unmodern“ und „unzeitgemäß“. Was meine Vertriebswege und meine Promotion angeht, da bin ich absolut zeitgemäß. Ich distributiere selbstverständlich digital. Was auch sonst. Für mich ist der IPTC-Header kein lästiges Übel, sondern – vernünftig befüllt – der Erfolgsgarant in der milliardenfachen digitalen Bilderflut. Das ist genauso essentiell wie die Präsenz auf geeigneten Portalen und Plattformen. Daß ich dabei jedem, der es sich von der Umsatzsituation her halbwegs leisten kann (und ich meine damit durchaus auch den nebenberuflichen Amateur), Mecom-Multimedia wärmstens ans Herz lege, das ist obligatorisch. Denn damit erreiche ich wirklich und unbestritten eine enorm hohe Zahl potentieller Verwender. Und muß mich nicht unbedingt selbst um die Akquise von Neukunden kümmern. Denn das erledigt Mecom (auch) für mich.

Und für den Anfang tut es ja vielleicht auch ein Portal für Citizen Journalists. Das ist durchaus kein „Humbug“, sondern mittlerweile ein auch durchaus für Professionelle interessanter Vertriebsweg für Fotos, Texte und Videos. Und – im Gegensatz etwa zu Microstock-Agenturen – blüht dort nicht der Wahn der Megapixel. Selbst einige der „Big Player“ unter den Bildagenturen haben in jüngerer Zeit (ganz gegen den Trend?) im Bereich News und Editorial ihre Anforderungen an die Auflösung nach unten korrigiert. Warum wohl? Drei- oder vierspaltig in der Zeitung oder als 1/4-Seite in der Zeitschrift, dafür brauche ich keine 12 Megapixel! Noch nicht mal sechs. Und für Web-Verwendungen gleich gar nicht.

Und damit schließt sich der Bogen: Well equipped? Well, ja, und zwar noch lange. Wahrscheinlich. Oder nicht, oder wohl oder doch.

Well equipped ...

Beachten Sie bitte auch meine Artikelsammlung „Notizen aus dem Reporter-Alltag“.

Citizen Journalism – eine „neue“ alte Form für die Beschaffung von Inhalten der Medien

19. Januar 2011

Citizen Journalism - der "Bürger-Reporter" hat Zukunft

Viele „Professionelle“ hassen den „Bürger-Reporter“ wie die Pest. Weil er ihnen angeblich die Butter vom Brot nimmt. Dabei ist der Citizen Journalist eine Form der Inhaltsbeschaffung aus der Frühzeit der Zeitung. Schon im frühen 19. Jahrhundert forderten die Zeitungsverleger ihre Leser auf, Artikel fürs Blatt einzureichen. Also keine Erfindung des Web 2.0, nur eine „Renaissance“ von etwas, das es schon (immer?) gab. Und der Bürger-Journalist nimmt nicht zwingendermaßen dem Professionellen das Brot weg.

Die Angst der „Profis“ vor dem Bürgerjournalisten

Kein Freund der Bürgerreporter ist gewiß ein Mann (eine Frau? nein, eher nicht, Frauen neigen weniger zu Unflätigkeiten), den ich unter dem Namen Dr. Spalter kennenlernte (kennenlernen durfte?). Wenn ich nicht sehr falsch liege und ich seine (schriftlichen) Aussagen mir gegenüber richtig interpretiere, dann war Dr. Spalter, glaube ich, mal Psychotherapeut. Was mich verwundert, denn in der Kommunikation mit ihm fiel mir gegenüber auch mal das Wort „Sesselfurzer“.  M.E. kein geigneter therapeutischer Ansatz.  Aber eben durchaus ein Ansatz, Menschen zu titulieren, die einem nicht „in den Kram passen“. So sicher auch jeden, der  „eingefleischten“ und „ernsthaften“ „Voll-Profis“ (angeblich) Konkurrenz macht.

Der „ernsthafte“ Profi? Komisch, warum erinnert mich das eigentlich so sehr an den „ernsthaften Amateur“ der zahlreich debattierenden Fotoclubs in diesem unserem Lande? Doch belassen wir es dabei. Die Person, die hinter dem Troll „Dr. Spalter“ steht, ist sicher arg gefrustet von der (angeblichen) Krise des Journalismus. Man mag denjenigen vielleicht sogar ein gewisses Verständnis entgegenbringen, die dereinst als „Profis“ ziemlich allein darüber entschieden haben, welche Artikel und welche Fotos ins Blatt kommen und dem Konsumenten, dem Leser, die Leserbriefecke als Plattform seiner (gefilterten) Meinungsfreiheit zur Verfügung stellten. Und den Zeitungsleser-Fotowettbewerb.

Denn vergessen wir eines nicht: Pressefreiheit in den „klassischen“ Medien bedeutete auch, daß Verleger und Redakteure ihre Meinung frei äußern konnten und ihre Sicht der Dinge und der Welt. Je nach Ausrichtung des Blattes von „intellektuell“ und „hochgeistig“ bis „volksnah“.

Web 2.0 aber hat die Medien-Landschaft verändert.

Es sind nicht mehr nur die Blogger, die Informations-Content anbieten. Die „klassischen“ Anbieter mussten darauf reagieren und auch ihrerseits in ihren Online-Ausgaben und Websites den Konsumenten zu beteiligen versuchen. Nicht zuletzt auch, um eine Bindung ans Blatt zu erreichen (auch der Print-Ausgabe oder TV-Sendung) und ein „Abwandern“ zu den Bloggern zu verhindern. So gibt es Videos eben nicht mehr nur auf YouTube oder bei anderen Communities, sondern auch auf den Webseiten von Zeitungen.

Und um all diesen neuen Bedarf zu bedienen, da reicht eine Online-Redaktion nicht aus. Und auch nicht mehr nur alleine die Angebote der Nachrichtenagenturen (die z.T. 100,– Euro für eine Sekunde (!) Video verlangen). Freie Produzenten, auch talentierte Hobby-Filmer und Hobby-Fotografen, sind hier nun gefragt. Und wenn jemand noch eine flotte Schreibe hat, eine Story packend rüberbringt, oder eine gute „Sprecher-Stimme“ im Film, umso besser. 

Bürger-Journalismus ja – aber bitte nicht kostenlos

Wir wollen etwas nicht verschweigen: viele, die nun dem Bürgerreporter auf ihren Web-Präsenzen die Möglichkeit bieten, Artikel, Bilder und Filme einzustellen, sind nicht fair. Denn sie bieten diese Möglichkeit für lau, honorarfrei, mit dem Recht, das Material auch im Print verwenden zu dürfen. Ebenso honorarfrei. Das ist sehr clever, wenn es um die Frage der „Kostendämpfung“ geht, aber es ist auch eine Form der Ausbeutung. Und die Honorarfreiheit geht „echten“ Freien dann eben tatsächlich ans Portemonnaie. Und darauf sollte sich der Citizen Reporter nicht einlassen. Denn immerhin erbringt er auch eine Arbeitsleistung. Und keine Arbeit sollte für lau sein. Und auch kein Ein-Euro-Job.

Interessante Geschichten finden ihren Markt

Und damit sind wir beim Kernpunkt. Es gibt Plattformen, auf denen der Bürger-Journalist seine Arbeiten gegen Honorar vermarkten kann.

Persönliche Empfehlung: tvype.com

Sie alle aufzählen zu wollen wäre vergebliche Liebesmüh. Ich möchte mich auch beschränken auf Plattformen und Agenturen, mit denen ich selbst gute Erfahrungen gemacht habe. Weshalb ich tvype.com durchaus empfehle. Die Registrierung ist einfach. Nach Abschluß kann man beginnen, Material (Fotos und Videos) hochzuladen, die man für „news-worthy“, für nachrichtenrelevant hält. Story-Texte können bei Foto oder Film hinterlegt werden und man kann selbst den Preis festlegen.

Die Moderation und Freigabe oder Ablehnung des eingestellten Materials geht zügig vonstatten. So zügig, wie man es bei nachrichtenrelevanten Fotos und Filmen auch erwarten kann. Sollen die doch schnell am Markt verfügbar sein („Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern!“).

Features zu wiederkehrenden Ereignissen, den Alltag im Fokus

Leider nicht mehr am Markt ist Scoopt. Das war eine britische Agentur für Citizen Journalists. Wurde von Getty gekauft und dann kurz nach der Übernahme eingestellt. Warum? Man werfe einfach einen Blick in die FAQ der noch existierenden Site von Scoopt und lese auch zwischen den Zeilen. Und dann wird man auch klar erkennen, daß der Markt für diese Art von Material, der Markt für user generated content, nämlich klar existiert.

Siehe auch/verwandte Artikel:

Professionell schreiben – professionell illustrieren – professionell vermarkten

22. Januar 2010

Hier werden Geschichten gemacht

Paxistipps für erfolgreiches Publizieren

Vorbemerkung: Der folgende Artikel ist natürlich für niemand die Garantie, ein erfolgreicher Teinehmer am Medien-Markt zu werden! Er beinhaltet lediglich einige Tipps und Anregungen aus meiner eigenen jahrzehntelangen Erfahrung im Geschäft mit Medien-Content, wie es auf neusprech heißt. Dem kann – ebenso natürlich – keine Allgemeinverbindlichkeit zugesprochen werden. Ich stelle das nur aus ganz konkretem und ganz aktuellem Anlaß voran. Und sage: Alle Angaben ohne jegliche Gewähr auf Erfolg!

Wie produziere ich ein Aufmacherfoto war vor einiger Zeit mein Thema. Ich habe damit aber natürlich nur einen Teilaspekt von Medienarbeit beleuchtet. Denn: Medien, gleich, ob Print, Online, Kino oder TV, das ist eine Summe von Produkten, das ist Bild, das ist Text, das ist Illustration und Grafik, das ist Layout und das ist heute natürlich auch Film.

Ein Beispiel, von der Idee bis zur Veröffentlichung

Was den Leser immer interessiert sind Schicksalsgeschichten.

  1. Das Angebot
  2. Die Verwendung

Und auch und gerade hier gilt: ein Komplett-Angebot unterbreiten. Eine komplette Geschichte mit Bild und Text. Denn ein guter Text ist nichts ohne gute Bilder. Und gute Fotos wiederum nichts ohne den Text dazu. Fotograf und Schreiber in Personalunion, das ist das Geheimnis. Ein gutes Auge haben, die Fotoausrüstung beherrschen und auch eine gute Schreibe haben.

Ein wesentlicher Aspekt ist der Aufbau der Geschichte, des Textes. Hier gelten bestimmte Regeln. Eine dieser Regeln ist der sogenannte „Lead“. Was versteht man darunter? Der Lead sind die ersten drei, vier Sätze eines Artikels, die eigentlich schon die ganze Geschichte beinhalten. Die die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen und ihn anregen, den Rest des Artikels zu lesen.

Anders als im Roman, der auf den Höhepunkt am Ende zusteuert, muß man in journalistischen Beiträgen auch immer daran denken, daß es hier die Zwänge von Layout, Umbruch und Platz für einen Beitrag gibt. Wir denken hier in Druckzeilen und Spalten. Und die können – zum Beispiel, weil was Aktuelles Platz braucht – „eng“ werden. Mit der Konsequenz, daß ein Artikel gekürzt werden muß. Etwa 10 Zeilen weniger. Und das Kürzen macht der Redakteur immer vom Ende eines Beitrages her. Da wird zuerst weggestrichen. Das muß ich wissen, um den „Höhepunkt“ meiner Geschichte nicht etwa dorthin zu packen (wie auch beim Schulaufsatz), sondern eben großteils schon in besagten Lead.

Wie komme ich an Geschichten?

Bevor ich eine Geschichte überhaupt in Angriff nehmen kann, muß ich erst mal eine haben. Klar. Zwar liegen die Stories nicht buchstäblich immer auf der Straße, aber man muß sich nur etwas in seiner Umgebung umsehen. Es gibt sie überall, die ganz alltäglichen Geschichten. Schicksale passieren Tag für Tag in unserer nächsten Umgebung. Man muß sie nur sehen und entsprechend aufarbeiten.

Eine Geschichte wie die oben über die Kontinentale Tiefbohrung in Windisch-Eschenbach in der Oberpfalz liegt sogar buchstäblich auf der Straße! Und dabei geht es nicht um menschliche Schicksale. Die mag vielleicht nicht jeder gern in Angriff nehmen. Aber auch so was über die Geowissenschaften findet interessierte Leser. In diesem Falle dann eben – zielgruppengerecht – für Jugendliche geschrieben. Und mit wenigen – erwachsenengerechten – Änderungen kann ich die Story dann auch (z.B.) den „bunten Blättern“ offerieren.

Marktanalyse: Wer braucht was?

Ich muß natürlich wissen, wer sich überhaupt für welche Art von Geschichten interessieren könnte. Das bedeutet Arbeit, das rauszukriegen. Ist aber keine allzu große Hexerei.

Mein Tipp: Ich gehe regelmäßig in die Bahnhofsbuchhandlung, „flöhe“ Zeitungen und Zeitschriften durch, kaufe welche und prüfe, was die so im Blatt haben. Das ist für mich die Basis, ob das ein Kunde von mir sein könnte. Jemand, den meine Geschichten interessieren. Und dessen Leser sie interessieren.

Bin ich der Meinung, dies sei der Fall, ich hätte was im Angebot, dann erfolgt die Kontaktaufnahme.

Und auch dafür meine Empfehlung: Auch wenn es noch so bequem ist, im digitalen Zeitalter einfach eine E-Mail zu schicken, man sollte anrufen. Wenn es sich nicht um einen Stammkunden handelt, mit dem man schon länger zusammenarbeitet. Mails mit unaufgeforderten Angeboten, vielleicht gar noch mit riesigen Attachments, sind lästig. Das mag kein Redakteur. Und die Ansprechpartner in den Ressorts und die Telefonnummer des Verlages findet man in jedem Impressum.

Und wenn ich ein Angebot einfach unaufgefordert losjage, dann ist es sinnvoller, das Material auf eine CD zu brennen und – mit einem ansprechenden Begleitschreiben – ganz konventionell per Post zu verschicken.

Keine Angst vor Fotomontagen

Der Bildermarkt ist übersättigt. Völlig. Auch eine Folge der Digitalisierung der Fotografie. Und der Microstocks, die Fotos geradezu verschleudern. Das Foto hat seinen Wert verloren angesichts von Billionen von Datensätzen in den Bilddatenbanken der Welt.

„Andere“ Bilder, die haben neben aktuellen News-Fotos noch eine berechtigte Chance, für vernünftige Honorare ihre Abnehmer zu finden.

Es nicht richtig, daß ein Pressefoto „authentisch“ sein muß! Unmanipuliert. Das ist die antiquierte Meinung derjenigen, die nicht professionell mit Photoshop arbeiten können.  Nach meiner Auffassung kann das nur für das Nachrichtenbild gelten. Das darf in der Tat nicht „verfremdet“ oder „aufgepeppt“ werden. Das muß authentisch sein. Wobei auch hier die Meinungen auseinander gehen, ob ich nicht auch das im Tonwertverlauf oder in der Farbsättigung „plakativer“ gestalten darf.

Zugegebenermaßen sollte korrekterweise eine Manipulation mit [M] gekennzeichnet sein. Auch im Abdruck. Sollte. Denn, was interessiert es den Betrachter bei einem Illustrationsfoto, ob das „echt“ ist oder „designte Wirklichkeit“.

Composings

Natürlich stand bei uns nicht der Riester im Garten und hat das Wohn-Riestern erläutert. Und natürlich haben wir auch keine Thermostate im Garten. Und auch der Regenbogen war so nicht passgenau über dem Haus. Der war nämlich etwas weiter links, wurde separat fotografiert und mittels Photoshop einkopiert.

Offensiver Vertrieb von Bildmaterial

Und damit wären wir dann schon gleich bei dem Thema „Wie kommen Redaktionen an meine Fotos und Illustrationen?“ Ich persönlich habe einen Pool auf Mecom-Multimedia. Und ich nutze für den „Push-Dienst“ den Mecom-Bildkanal. Das ist kostenpflichtig und deshalb sicher nicht von Anbeginn an jedermanns Sache, aber wenn man mal Fuß gefasst hat, nach meinem Dafürhalten die optimale Variante Abnehmer zu erreichen.

Welche Filme sind für einen Vertrieb interessant?

Ich schrieb oben, daß zum Spektrum einer Medienagentur heute auch der Film zählt. Drum also die Frage: Was läuft denn da? Und bei wem?

Mal ganz grundsätzlich, es „laufen“ Ratgeber & Service, genauso wie bei Text oder Foto und Illustration.

„Special Interest“ lautet hier das Zauberwort. Special Interest, das ist z.B. auch, wie man seine Gartenmöbel langlebig pflegt. Oder was man im Herbst anpflanzt. Oder wie man ein Farnbeet anlegt. Nur bitte jetzt nicht denken, daß YouTube ein Vertriebskanal für Videos sei. Das ist eine Plattform, um sein filmisches Schaffen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Verkäufe laufen ganz anders.  Auch hier eine mögliche kommerzielle Plattform: Mecom-Multimedia. Und wer weiß, vielleicht interessiert ja wirklich das Fernsehen was über die Tunnel bei Annweiler .

Dazu müssen Videos – natürlich – sendefähiges Format haben. Und was das ist, das möchte ich einem eigenen Artikel über Videoproduktionen vorbehalten.

Weiterführendes:

  1. Notizen aus dem Reporteralltag
  2. Vertriebsweg Mecom und APIS
  3. Wir machen Stories
  4. Fotografen vor der Tür
  5. A Practical Guide to Press Photography (Video)

Wir sind für die Redaktionen da:

  1. Ihre Medienagentur in und für Nürnberg, das sind wir!
  2. Wir machen Stories
  3. Unser Angebot
  4. Unsere Referenzen

At Work

„Red Carpet“ bei Microstock?

25. November 2009

„Red Carpet“, ins Deutsche übersetzt „Roter Teppich“ ist Event-Fotografie bei bestimmten, vorzugsweise von Promis besuchten Veranstaltungen. Charities, Filmpremieren, Bälle, Empfänge. Eben all das, wo die „Reichen und die Schönen“ sich ein Stelldichein geben.

Stars & Sternchen, Showbiz, Film und TV, Material dazu nimmt die Regenbogenpresse ab, die Boulevardzeitungen, aber auch die Tagespresse. Es ist begehrt von Frauenzeitschriften, unterhaltenden Magazinen und auch als Einblendungen im TV. Durchaus also ein lukrativer Markt.

Marquess – © Foto Ralf Gosch / Pressebüro Roth

Nun bietet eine Microstock-Agentur (Shutterstock) ihren Fotografen an, sie für Red-Carpet-Events mit Presse-Status als Fotografen zu akkreditieren. Zielgruppe sind Hobby-Fotografen, die gerne an solchen Ereignissen teilnehmen und fotografieren würden.

Das hört sich erst mal interessant an, wird nun mancher denken. Tut es. Aber der Pferdefuß lauert: die Honorare sind Micro. Also wenig lukrativ. Den Medien wird im Gegenzug billiges Bildmaterial dafür angeboten. RF, micro, also beliebig oft verwendbar. Ohne Neu-Honorierung.

Für Microstock ist das der Versuch, in ein klassisches Segment der Pressefotografie mit großer Nachfrage vorzudringen. Nachdem bereits große Teile der klassischen Illustrationsfotografie auch in der Presse, in Rätselheften, Gartenzeitschriften, Programmzeitschriften u.v.m. von Microstocks bedient werden.

Microstock schickt sich an, ein neues Terrain zu betreten. Das Terrain von Action Press, von Teutopress, STAR-MEDIA oder Seeger Press und vielen anderen mehr, die Events covern und  ihr Bildmaterial rights managed vermarkten. Also mit MFM-üblicher Honorierung jeder einzelnen Verwendung.

Wer sich als Hobby-Fotograf auf dieses Angebot einläßt, geht zwar gedankenlos aber vorsätzlich professionellen Event-Fotografen und ihren Agenturen ans Portemonnaie und damit auch an die Existenzgrundlage!

Wer sich auch als Amateur für diese Art der Fotografie interessiert, dem sei ein anderer Weg empfohlen:

Die Bildagentur Bildmaschine vermarktet Event-Fotografie rights managed zu den üblichen Konditionen. Diese Agentur ist eingebunden in das APIS-Network, Europas größte Recherche-Plattform für Bildverwender und besitzt zu vielen Medien den direkten FTP-Zugang. Diese Agentur akkreditiert auch für Veranstaltungen. Und das Geschäftsmodell ist „fair trade“.

 

Verwandte Artikel:

  1. Gericht setzt Regeln für angemessene Honorare fest (externer Link, Dirk Beumer, Industrie- und Werbe-Fotograf)
  2. Ein weiteres Urteil zur redlichen und angemessenen Vergütung (externer Link, Blog Bildjournalisten des DJV)

Empfehlungen:

Hobbyfotografen, die ein ernsthaftes Interesse haben, sich professionelles Wissen anzueignen, denen seien u.a. die Workshops meines Freundes und Kollegen Rainer Jörger, Freier Bildjournalist aus Villingen-Schwenningen empfohlen. Informationen dazu auf seiner Website: http://www.joerger-media.de/

Und auch wir werden voraussichtlich auch im nächsten Jahr wieder unsere Seminare anbieten. Behalten Sie dazu dieses Blog im Auge.