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Abschied vom Sommer – unsere Reise-Tipps für den kommenden Herbst

28. August 2009

Dieses Bild ist Vergangenheit. Die Ernte ist eingebracht.

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen. Zeit für uns, unseren Lesern ein paar Tipps zu geben für ein paar schöne Ziele im Herbst.

Der Pfälzerwald und die Wein-Pfalz

Eines unserer erklärten Lieblingsziele im herbstlichen Pfälzerwald ist der Slevogthof Neukastel hoch über Leinsweiler im Landkreis Südliche Weinstraße.

Hier war der Wohnsitz des Impressionisten Prof. Max Slevogt und auf dem kleinen Familienfriedhof im Wald ist er auch beigesetzt. Außer einem Museum des Malers betreiben seine Nachkommen in dem Anwesen auch einen Gastronomiebetrieb. Deftige Pfälzer Gerichte sind die Spezialität des Hauses. Wer also den berühmten Saumagen probieren möchte, der ist hier an der richtigen Adresse. Dazu einen Pfalzwein. So läßt es sich aushalten.

Infos unter: http://www.slevogthof-leinsweiler.de/ und bei Wikipedia

Das Dornröschen der Pfalz gilt es zu entdecken, Dörrenbach, auch an der Südlichen Weinstraße gelegen, mit seinem historischen Rathaus und der Wehrkirche im idyllischen alten Ortskern.

Und von dort ist es nur einen Katzensprung zum Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach, direkt an der deutsch-französischen Grenze.

Ein Bumel durch die Weinberge verführt dazu, von den reifen Trauben zu naschen.

Doch Vorsicht: das ist kein Mundraub und am Weinlehrpfad verdeutlicht eine Holzplastik, welch drakonische Bestrafung man  in früheren Zeiten dem Traubendieb zuteil werden ließ.

Tiefer im Wald entdecken wir die Wooge, die idyllichen Waldweiher, die besonders im Herbstnebel einen mystischen Eindruck erwecken. Das ist Natur pur. Hier kann man richtig die Seele baumeln lassen.

Eine kaum bekannte Sehenswürdigkeit ist das Kulturdenkmal Alter Friedhof in Pirmasens. Hier wurde die alte Einsegnungshalle zum Kulturzentrum Carolinensaal, benannt nach der Landgräfin Caroline, der Gattin des Landgrafen Ludwig IX., der Pirmasens im 18. Jahrhundert die Stadtrechte verlieh.

Der denkmalgeschützte Alte Friedhof birgt kunsthistorische Kostbarkeiten in Form der alten Grabmale vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Er ist zu einer weiträumkigen Parkanlage gestaltet worden.

Mehr Infos auch auf http://www.pirmasens.de/

Und dann sind da noch die Burgen im Pfälzerwald. Zahlreich. Vielfach nur noch als Ruinen existent. Man darf nicht vergessen: im Mittelalter war die Region das Herz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Auf dem Trifels bei Annweiler wurden die Reichskleinodien aufbewahrt und Friedrich Barbarossa war Dauergast in Kaiserslautern, seiner liebsten Kaiserpfalz (wenn er nicht auf Kreuzzug war).

Zur Region Pfalz, Saar-Pfalz-Kreis, Elsaß und Lothringen haben wir ganz spezielle Ausflugstipps zusammengestellt, die wir Ihrer Beachtung empfehlen. Gerade die Region Südwestpfalz liegt mir als gebürtigem Pirmasenser sehr am Herzen. Umsomehr, da ich dort die Aufgabe habe, das Erbe und Andenken meiner verstorbenen Eltern zu bewahren. Wir stellen daher speziell zu dieser Region Informationen mit vertieftem Insiderwissen zur Verfügung.

Beachten Sie auch unsere YouTube-Playlist.

Im Elsaß und in Lothringen

Ein kurzes Stück über die Grenze findet sich noch mehr Mystisches. Etwa der Zwölfapostelstein (Les Douzes Apotres), ein christianisierter Menhir bei Goetzenbruck im Bitscherland (Pays de Bitche, Lothringen, Lorraine).

Etwas weiter ist die Anreise in die Hochvogesen im südlichen Elsaß. Aber hierfür entschädigt einen grandiose Natur links und rechts der Route des Crêtes, der von der französischen Armee im Ersten Weltkrieg angelegten Vogesenkammstraße. Der Lac Blanc, der Lac Noir, der Schnepfenried, Hohneck, Col de Platzerwasel, Col de Bonhomme, das sind Namen, die der Freund der Tour de France auch aus anderem Zusammenhang kennt.

Beachten Sie auch unsere YouTube-Playlist.

Oberpfalz und Oberpfälzer Wald

Im Osten Bayerns entlang der tschechischen Grenze gelegen ist die Oberpfalz. Bis zum Dreißigjährigen Krieg bildete sie, der pfälzischen Linie der Wittelsbacher gehörend, gemeinsam mit der Rheinpfalz bzw. Kurpfalz das Kurfürstentum Pfalz. Heidelberg und Amberg waren die beiden Hauptstädte. In Heidelberg residierte der Kurfürst und der Kurprinz in Amberg als Statthalter.

Mag es diese jahrhundertelange istorische Zusammengehörigkeit sein, die mir als Pfälzer diese „andere“ Pfalz hat ans Herz wachsen lassen. Mag es die ebenfalls urwüchsige Natur sein und das reiche kulturelle Erbe. Zum Teil so ganz anders als in „meiner“ Pfalz.

Gemeinsam sind der Pfalz und der Oberpfalz auf jeden Fall die Vielzahl wehrhafter Burgen.

Hier die Burg Leuchtenberg über dem gleichnamigen Ort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Und bei Waldsassen, hoch im Norden, finden wir die Wallfahrtskirche Kappel, ein Meisterwerk barocker Baukunst.

Und dann gibt es noch so die Kuriosa. Etwa, wer sich rechtmäßig als „Eigentümer“ des Mittelpunkts Europas bezeichnen darf. Denn da gibt es zwei Orte im Oberpfälzer Wald, die darum konkurrieren.

Da ist zum einen Hiltweinsreuth

… in der Nähe von Flossenbürg (in Stille zu besichtigen dort das ehemalige Konzentrationslager, in dem u.a. Carl von Ossietzky und Admiral Canaris den Tod fanden) und zum andern Neualbenreuth, der  Kurort mit dem Sybillenbad …

 

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Kulturtipp: Saint-Ulrich in Altenstadt

20. April 2009
Saint-Ulrich, Startpunkt der Route Romane

Saint-Ulrich, Startpunkt der Route Romane

Wenige Kilometer von Weißenburg entfernt, in Altenstadt, heute ein Ortsteil der Gemeinde Wissembourg, finden wir das erste rein romanische Bauwerk an der Strecke der elsässer route romane, die Kirche St. Ulrich aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Deren Westturm birgt ein bemerkenswertes Portal, dessen reichgeschmückter Sturz aus dem 11. Jahrhundert Seltenheitswert besitzt. Die sieben umrankten Medaillons erinnern an koptische Stoffe und eine Inschrift besagt, dass jeder Besucher der Kirche vor Eintritt erst die Erlaubnis des Abtes Liuthard einholen solle. Das ist heute nicht mehr möglich, denn Liuthard von Weißenburg stand dem Benediktinerkloster Sankt Ulrich in Altenstadt im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts vor.

In Weißenburg selbst findet sich die Kirche Saintes-Pierre-et-Paul. Ein paar romanische Reste gibt es bei diesem Kleinod der Gotik auch noch.

St-Pierre-et-Paul, Wissembourg

St-Pierre-et-Paul, Wissembourg

Gotische Hallenkirche Saintes-Pierre-et-Paul (Sankt Peter und Paul), nach dem Straßburger Münster die größte Hallenkirche des Elsaß.

 Frankreichs größtes gemaltes Menschenbildnis

Mit 11 Metern Höhe ist der Heilige Christophorus in Wissembourg  (Weißenburgs) Eglise Saints-Pierre-et-Paul (Sankt Peter und Paul) Frankreichs größtes Menschenbildnis. Die Kirche der elsässischen Kleinstadt ist selbst noch ein Superlativ, denn, nach dem Straßburger Münster, ist sie die größte gotische Kirche des Elsaß.

Beeindruckend in Saintes-Pierre-et-Paul auch die Buntglasenster und die alten Wandmalereien (Fresken).

Informationen zu Straßen der Romanik finden sich unter: http://www.route-romane.net/

Infos zum Elsaß: http://www.tourisme-alsace.com/

Einen (honorarpflichtigen!) Text zur Route Romane haben wir auch im Angebot.

Unser umfangreiches Bildmaterial – wie üblich – auf Mecom und APIS, sowie unter www.franz-roth-pics.de.