Posts Tagged ‘Küste’

Bretonische Thunfischfänger haben den letzten Hafen angelaufen

24. September 2009
Schiffsfriedhof am Ria d'Etel

Schiffsfriedhof am Ria d'Etel

Bis in die Mitte des 20. Jahrhundets (speziell aber zum Ende des 19. Jahrhunderts) war Etel im bretonischen Department Morbihan eine Hochburg des Thunfischfangs.

Eine riesige Flotte lag im Hafen. Auch heute noch wird von Etel aus nach Thun ausgefahren, wenn auch nicht mehr in der früheren Bedeutung. Über die Hochzeiten informiert das Museée des Thoniers im Ort.

Und auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Etel haben einige der alten Segelschiffe quasi eine letzte Ruhestätte, einen letzten Ankerplatz gefunden. Ein Schiffsfriedhof zeugt beeindruckend von der großen Vergangenheit. Es ist allerdings strengstens verboten, die verottenden Wracks zu betreten. Denn dabei bestünde Lebensgefahr.

Das Betreten der Wracks ist strengstens untersagt

Das Betreten der Wracks ist strengstens untersagt

Wracks liegen auf dem Ufer

Wracks liegen auf dem Ufer

Ende einer stolzen Vergangenheit

Ende einer stolzen Vergangenheit

Selbst als Wrack noch beeindruckend ...

Selbst als Wrack noch beeindruckend ...

Der kleine Fischerhafen Etel liegt an der Mündung des fjordartigen, 30 km tief ins Land einschneidenden Ria d’Etel. Die fischreiche Wasserwelt mit ihren Halbinseln und Inseln, darunter der zauberhaften Île St-Cado, kann uneingeschränkt als einer der schönsten Abschnitte der gesamten bretonischen Küste gelten. Selbst in der Hochsaison herrscht hier paradisiesche Stille.

Die Barre d’Etel

Den Eingang zur Ria d’Etel bildet die Barre d’Etel. Von einem weiten Sandstrand aus bietet sich hier ein faszinierender Blick auf den Atlantik.

An der Barre d'Étèl

An der Barre d'Étèl

Für die Schiffahrt ist die Barre dÉtèl ein gefährlicher Ort. Denn die Strömung und die Sandbänke sind gefährlich. Wer also die Einfahrt in die Ria in Angriff nehmen will, ist auf die Lotsenstation angewiesen, die sich auf der Landspitze befindet. Denn die Sandbank vor der Einfahrt „wandert“.

Updated:

Das Video zum Schiffsfriedhof bei YouTube

Ostfriesentee

9. März 2009
Teestube in Neuharlingersiel

Teestube in Neuharlingersiel

 In Ostfriesland ist Teetrinken eine Zeremonie. So wie auch in Japan oder China. Der echte Ostfriesentee – vorzugsweise Bünting aus Leer – wird mit weißem Kandis (Kluntje) und Sahne genossen. Er ist eine spezielle Teemischung, die aus bis zu 10 verschiedenen Schwarzteesorten bestehen kann.

So beschreibt es ein ostfriesischer Insider:

Ostfriesentee ist nicht nur einfach ein Tee. Nein, echter Ostfriesentee ist ein Lebenselixier der Ostfriesen. Das besondere am Ostfriesentee ist die Mischung, das bedeutet die Zusammensetzung und Komposition aus verschiedenen Teesorten, die vor allem aus den berühmten Teeplantagen Indiens (Assam und Darjeeling) und Ceylons kommen.

Bei der Zubereitung des Tees hat wohl jeder Ostfriese sein Spezialrezept. Oftmals wird empfohlen pro gewünschte Tasse einen Teelöffel Teeblätter in eine vorgewärmte Porzellankanne zu geben und eventuell auch noch zuletzt einen Extralöffel hinzuzugeben. Wir denken eine guten Tee erhalten sie auch bei 6 gehäuften Teelöffeln pro 0,75 l – Kanne. Dann wird frisches sprundelnd-heißes Wasser aufgegossen, so daß die Teeblätter gerade bedeckt sind. Dann wird der Tee (am besten auf einem Stövchen) 3 bis 5 Minuten ziehen gelassen. Dabei wirkt der Tee nach 3 Minuten belebend und nach 5 Minuten eher beruhigend. Anschließend wird entsprechend Wasser aufgegossen. Dann schenken Sie den Tee durch ein Sieb in eine vorgewärmte zweite Kanne (Vorwärmen = Kanne mit heißem Wasser ausspülen, wodurch das Porzellan erwärmt wird). Dabei bleiben im Sieb die Teeblätter zurück und der Goldbraune Tee fließt in die Servierkanne, damit er nicht weiter zieht und immer stärker wird. Der Ostfriesentee ist fertig. Am besten schmeckt der Tee selbstverständlich mit echtem ostfriesischem Leitungswasser!

Es ist keine Unhöflichkeit, wenn  zuhause die Hausfrau, die den Tee zubereitet hat, sich die erste Tasse eingießt: sie probiert, ob er wohl geraten ist.

Apropos eingießen: als erstes kommen die Kluntje in die Tasse, der Zucker, der weiße Kandis, dann wird der Tee darübergegossen. Durch das Teesieb. Herrlich, wenn die Kluntje dann knacken! Das ist schon das erste Tee-Erlebnis. Dann wird – mit einem „Schisslaweng“ mit dem Sahnelöfel die Sahne zugegeben, daß sie weiße Wölkchen bildet. Bloß nicht umrühren! Das wäre eine Todsünde!

Teestube in Neuharlingersiel

Teestube in Neuharlingersiel

 

In Ostfriesland gibt es drei große Teehandelshäuser (Bünting, Thiele & Freese, Onno Behrends), die jeweils mehrere eigene Teemischungen anbieten. Ihnen allen ist aber der typisch herbe und kräftige Geschmack des Ostfriesentees gemein.

Nur in Ostfriesland gemischter Tee darf sich Echter Ostfriesentee nennen, die übrigen tragen die Bezeichnung „ostfriesische Mischung„.

Hier eine Bezugsadresse für alle, die ihn auch daheim trinken möchten und nicht nur an der Nordsee.

In unserer gemütlichen Runde im Nordseebad Neuharlingersiel sehen wir zum Tee die Zigaretten auf dem Tisch.

Zugegeben, man kann ihn auch trinken ohne zu rauchen.

Aber klassischerweise pafft und qualmt der Seebär und Küstenbewohner. Daran können auch Frau Bätzing und Frau Pötschke-Langer wenig ändern. Punkt!