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„Nichtraucherschutz“ in den Medien?

21. März 2009

Irgendwie greift der Wahn des „Nichtrauchens als gesellschaftlicher Normalzustand“ allenthalben um sich …

Ich hatte 1997 eine Veröffentlichung eines Bild- und Textbeitrages in einer Kundenzeitung im Ratgeberteil.

Deutlich erkennbar liegen da Zigaretten auf dem Tisch.

Ungefähr zehn Jahre später publiziert die Redaktion meinen Beitrag erneut als Leserservice. Ist ja ein zeitloses Thema.  Zeitgemäß in Farbe. Und zeitgemäß ohne Zigaretten. Wegretuschiert.

Es passt nicht mehr in den „Mainstream“ (auch Zeitgeist genannt), daß Raucher ein strahlendes Gesicht machen und sich mit gutem Appetit ein Schäufele (eine köstliche fränkische Spezialität!) schmecken lassen (Schweineschulter mit Kloß und Soß‘).

Vielleicht wird irgendwann (denn fettes Essen ist ja auch „bäh!“) gleich auch die Leib- und Magenspeise der Franken wegretuschiert.  Weiß dann bloß nicht, wie dann noch die bewährten alten Hausmittel gegen Blähungen illustrierbar sind. Ach was, Blähungen hat dann ja keiner mehr. Alle ernähren sich dann ja bloß noch nach der Kalorientabelle.

Klar, die Cerebralflatulenz (ich erkläre den Nicht-Lateinern gerne, was das ist, die deutsche Übersetzung ist für den Betroffenen nicht sehr schmeichelhaft) ist dann noch die einzige real existierende Blähung …

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Die Erotik des Rauchens

10. März 2009
Die Erotik des Rauchens

Die Erotik des Rauchens

Frauen, Erotik und Rauchen. Das sind in der Charme-Fotografie Elemente, die zusammengehören. Die Zigarette, dieses kleine Accessoire, verleiht der ganzen Szenerie erst den richtigen erotischen Touch. Es geht eine Faszination von der rauchenden Frau aus, die es ohne die Zigarette so nicht gäbe. Es ist ein bewußt eingesetztes Stilmittel. Ebenso wie das Buch, das Licht, die entspannte Pose. Das Buch. Die Raucherin liest. Sie ist klug, nicht nur sexy.  Sie entspannt und genießt. Kann man sich eine Nichtraucherin in dieser Situation vorstellen? Wie sollte ich ein Bild getalten, das so wirken würde? Ehrlich gesagt: keine Ahnung!

Rauchen und Erotik

Rauchen und Erotik

Die Zigarette, gehalten in lasziver Pose. Nur sie provoziert diese verruchte Situation. Was wäre die Szene ohne? Langweilig und banal! So aber. Ein Bild voller Symbolkraft. Voller Assoziationen. Es regt die Phantasie des Betrachters an. Es wirkt – fast – allein durch das close-up der Zigarette.

Rauchen und Erotik

Rauchen und Erotik

Die Salon- oder Boudoir-Fotografie kommt ohne das Accessoire Zigarette nicht aus. Was wäre so ein Foto ohne die Zigarette in der Hand? Es hätte nie diese Ausstrahlung. Würde nie diese vertraute Intimität ausstrahlen. Welche Pose müßte das Modell einnehmen ohne die Zigarette in der Hand? Wiederum: keine Ahnung!

Einblicke

Einblicke

Ein Street-Photography-Schnappschuß aus einem Straßencafe im Sommer. Der Bildanschnitt lebt zum großen Teil auch vom Zug an der Zigarette. Das erst macht den tiefen Einblick tatsächlich reizvoll. Rauchen als Flirtfaktor.

Und auch in der „klassischen“ Kunst, der Malerei, wird dem „rauchenden Akt“ breiter Raum geschenkt. Das habe nicht nur ich getan, als ich noch mit Pinsel und Palettmeser anstatt Kamera und Objektiv gearbeitet habe.

Rauchende Frau - Blue Nude

Rauchende Frau - Blue Nude

Die Pose, die Farben (blauer Dunst), der rote Kontrapunkt der Haare, die Rauchwolken, das macht die Atmosphäre dieses Aquarells aus.

Die Zigarette, das gehörte mal zur Grundausstattung des Charme-Fotografen. Und zur Aura einer erotischen Frau. Lauren Bacall hat geraucht. Rita Hayworth. Marilyn Monroe. Man schaue sich mal die „last session“ mit Bert Stern an. All die großen Stars der Leinwand und der Hochglanzmagazine.

Apropos Hochglanzmagazine: warum wirken so viele heutige Bildstrecken so unerotisch. Weil sie nur noch nackt sind. Wer noch LUI kennt, der weiß, wovon ich rede (schreibe). Die Gitanes-Schachtel, die Zigarette in der Hand oder lässig im Mundwinkel, das waren die Details, die dieses Magazin so typisch französisch gemacht haben.

Oder wer kann sich Romy Schneider in ihren Filmen als Nichtraucherin vorstellen? Mit einem nicht rauchenden Michel Piccoli? Undenkbar. 

Man merkt es so langsam: den Predigern der neuen puritanischen Lust- und Genußfeindlichkeit geht es wahrscheinlich doch um mehr als um „Gesundheitsprävention“ (dieses so gern gebrauchte Unwort, der Anachronismus an und für sich, denn, wenn man sein Latinum noch so halbwegs im Kopf hat, bedeutet doch „Vorbeugung vor Gesundheit“, gelle).

Denn, wenn man sich mit Gesundheitsschutz ernsthaft befaßt, dann sollte man sich vielleicht einmal mit der gleichen Intenität des Themas Laserdrucker annehmen. Dort wird eigenartigerweise gerne verschwiegen, daß Tonerfeinstaub, diese Nano-Bubbles, die tief in die Zellen eindringen, die menschliche Gesundheit ganz erheblich schädigen können.

© Franz Roth, alle Fotos mit erkennbaren Peronen model released