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YouTube und die Zensur

9. April 2009

Gestern erhalte ich eine „Videobenachrichtigung“ von YouTube, daß ein eingestelltes Video gesperrt wurde. Wegen „unangemessener Inhalte“. Man droht mir gar die komplette Sperrung meines Kanals an.

Es war ein Werbevideo für das erotische Material der Agentur.

Es enthielt keine pornografischen Inhalte. Es waren Symbolbilder. Wenn auch – zugegebenermaßen – welche von der „expliziten“ Art. Aber auf jeden Fall keinerlei erkennbare Geschlechtsteile, kein echter Geschlechtsverkehr usw. Dazu eine kleine Bewegtbildsequenz, die noch nicht mal als „Softporno“ gelten kann. Da ging es in den uralten Schulmädchenreports aus den Siebzigern aber heftiger zur Sache. Geschweige denn in „Trio Infernal“ (Romy Schneider und Michel Piccoli).

Material daraus war bereits in der Presse veröffentlicht. Und zwar genau deswegen, weil es diesen authentischen Touch hat!

Nachdem vor einiger Zeit Flickr Erotik-Material zensierte, nun auch Zensur eines Werbevideos für erotisches Bildmaterial durch YouTube.

Fallen wir denn wirklich und tatsächlich langsam aber sicher in allem wieder zurück in die moralinsauren Zeiten? Wann kommt der erste wieder, der behauptet, onanieren führe zu Gehirnerweichung? Ist Sex bald wieder „bäh“ im „freien“ Internet? Wird bald gesucht, ob irgendwo das Wort ficken kopulieren vorkommt? Kommen „Stille Tage in Clichy“ (Henry Miller), „Fanny Hill“ oder „Lady Chatterly“ bald wieder auf den Index?

„Nichtraucherschutz“ in den Medien?

21. März 2009

Irgendwie greift der Wahn des „Nichtrauchens als gesellschaftlicher Normalzustand“ allenthalben um sich …

Ich hatte 1997 eine Veröffentlichung eines Bild- und Textbeitrages in einer Kundenzeitung im Ratgeberteil.

Deutlich erkennbar liegen da Zigaretten auf dem Tisch.

Ungefähr zehn Jahre später publiziert die Redaktion meinen Beitrag erneut als Leserservice. Ist ja ein zeitloses Thema.  Zeitgemäß in Farbe. Und zeitgemäß ohne Zigaretten. Wegretuschiert.

Es passt nicht mehr in den „Mainstream“ (auch Zeitgeist genannt), daß Raucher ein strahlendes Gesicht machen und sich mit gutem Appetit ein Schäufele (eine köstliche fränkische Spezialität!) schmecken lassen (Schweineschulter mit Kloß und Soß‘).

Vielleicht wird irgendwann (denn fettes Essen ist ja auch „bäh!“) gleich auch die Leib- und Magenspeise der Franken wegretuschiert.  Weiß dann bloß nicht, wie dann noch die bewährten alten Hausmittel gegen Blähungen illustrierbar sind. Ach was, Blähungen hat dann ja keiner mehr. Alle ernähren sich dann ja bloß noch nach der Kalorientabelle.

Klar, die Cerebralflatulenz (ich erkläre den Nicht-Lateinern gerne, was das ist, die deutsche Übersetzung ist für den Betroffenen nicht sehr schmeichelhaft) ist dann noch die einzige real existierende Blähung …

Ähnlicher Artikel: Die Erotik des Rauchens